Taltitz

ein Ortsteil der großen Kreisstadt Oelsnitz

Frühgeschichte

Frühgeschichtliche Siedlungsfunde auf Taltitzer Flur

Im Erdgeschichtsabschnitt des Devon vor 405 bis 350 Millionen Jahren ist in der gesamten Vogtländischen Mulde, zu der auch die Taltitzer Flur gehört, ein intensiver Vulkanismus nachweisbar. Die typische Diabaskuppenlandschaft bildete sich also durch Magmaausbrüche im Meer heraus, das unser Gebiet bedeckte. Infolge der hohen Witterungsbeständigkeit der Diabase entstand ein außerordentlich belebtes Landschaftsbild im Wechsel von karg bewachsenen Kuppen (Pöhlen) und eingeschnittenen Niederungen mit Tonschieferablagerungen.

Erste menschliche Besiedlungsfunde, die der Bronzezeit (2000 bis 850 v.Chr.) zuzuordnen sind, wurden auf Taltitzer Flur am „Nassen Acker“, am „Hohen Stein“ sowie in der „Gösa“ durch Amandus Haase im Jahre 1936 gemacht. Während der Grabungen an den genannten Fundstellen, insbesondere aber am „Nassen Acker“, konnten Reste von Hüttengründungen mit Branderde, Teile von steinernen Reibemühlen, pyramidenförmige Spulenständer, Webegewichte, Spinnwirtel, Tongefäßscherben, auch solche von Vorratsgefäßen mit Getreide – und Unkrautsamen geborgen werden. Ein mit Patina überzogener Bronzering gehört ebenso dazu.

Ein Teil dieser Funde ist zusammen mit weiteren interessanten Ausstellungsgegenständen, die uns Einblick in die Geschichte des Ortes geben, in der Heimatstube im Turmzimmer der Taltitzer Kirche zu besichtigen.

In den ersten Jahrhunderten n.Chr. war das Vogtland auf Grund der großen germanischen Wanderungen nur noch von geringen Überresten seiner ehemaligen Bevölkerung besiedelt. In dieses kaum noch bewohnte Gebiet drang um die Mitte des 6. Jahrhunderts von Osten her ein slawisches Volk ein. Die Slawen, ursprünglich im Inneren Russlands beheimatet, aber von den Hunnen aus ihren Sitzen verdrängt, kamen später in Ungarn und Böhmen unter die Herrschaft der Avaren. Der Stamm, der in Böhmen zurückblieb, nannte sich Czechen, der in den west-nordwestlich gelegenen Gebieten (u.a. Vogtland und Ostthüringen) Sorben. Etwa 560 n.Chr. müssen die Sorben auch in unserem Gebiet gesiedelt haben. Vermutlich sind die Ortsnamen mit den Endbuchstaben „itz“ sorbischen Ursprungs. Die Sorben nährten sich hauptsächlich von Ackerbau, Viehzucht, Fischerei und der Jagd.

Ab 1100 n.Chr. erfolgte auch im Vogtland die Einwanderung und Ansiedlung zahlreicher, zumeist westdeutscher bäuerlicher Siedler und damit die Verdrängung der Sorben. In diese Geschichtsperiode ist auch die erste urkundliche Erwähnung unseres Dorfes von 1225, damals noch mit dem Ortsnamen „Dalntiz“, einzuordnen.

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Frühgeschichte von Taltitz (PDF, 9,4kb)